Web-Boulevard

Karl Fritsch

Wahrscheinlich dachte sich der junge Mann aus Bayern nichts dabei, als er im Jahre 1997 unter einer t-online-Adresse eine private Website veröffentlichte, in der er hauptsächlich über sich und seine Hobbies, zum Beispiel eine Urlaubsreise informierte. Und Werbefläche feilbot.

Doch sein "kreativer" und extrem großzügiger Umgang mit animierten Bildern, Farben und unzähligen Schrifttypen (Download 1,45 MB), sowie die undurchschaubare Navigationsstruktur machten Karl Fritsch binnen kurzer Zeit zu einer der ersten (unfreiwilligen) deutschen Internetlegenden, zum "König des Trash", wie das Magazin SPIEGEL online ihn im Jahr 2000 betitelte. Über 60.000 Klicks zählte seine Homepage damals bereits. Das war zu jener Zeit enorm viel für eine private Homepage, denn längst noch nicht jeder Haushalt hatte einen Internetanschluss und SEO war für die meisten noch ein Fremdwort. Er war der erste Antistar des Webdesigns, seine Besucher waren hin- und hergerissen zwischen Faszination, Lachanfall und Rührung. So kursieren sogar noch heute Karl-Fritschalyser im Web: Formulare, die jeden eingegebenen Text nach dem Absenden im Karl-Fritsch-Design ausgeben. Er selbst trug es stets mit Gelassenheit und ließ sich nicht beirren. Auch die diversen Anti-Awards für die schlechtesten Websites im Netz, die er von anderen Hompagebtreiber erhalten hat, präsentierte er selbstbewusst auf seiner Website.

Und das Schönste ist: Karl Fritsch ist noch online. Nicht mehr unter seiner Originaladresse bei t-onlline und nunmehr unter eigener Domain – aber seinem Stil ist er treu geblieben: www.karl-fritsch.de

Tipp: Versuchen Sie gar nicht erst, eine Navigationsstruktur zu finden. Klicken Sie einfach irgendwo hin. Aber auf eigene Gefahr und Verantwortung.

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